
Der Allstedter ist Jahrgang 1929. Von 1944 bis 1947 lernte er bei der Firma "Stahr" dann Landmaschinen- und Traktorenschlosser. Das sei aber gar nicht sein Ausbildungswunsch gewesen. "Ich wollte immer Klempner werden und habe mehrere Praktika in einer Firma hier im Ort gemacht. Aber dann wurde ich doch anders zugeordnet", bestätigte der 82-Jährige. Das sei aber doch in Ordnung gewesen und die Arbeit habe sogar Spaß gemacht, schließlich habe man die reparaturbedürftigen Traktoren auch Probefahren dürfen.
Von 1958 bis 1961 sollte der Handwerker, der sich in seiner Freizeit der Geflügelzucht verschrieben hat, dann die Meisterschule besuchen. Die Doppelbelastung aus täglicher Arbeit und der anschließenden Schulung in Halle war kein Zuckerschlecken. Zumal man damals meist kein Auto zur Verfügung hatte, die Fahrt viel länger und umständlicher war. Seine Meisterprüfung kam ganz überraschend. Er und einige andere angehende Meister hätten noch eine Arbeit in Halle zu erledigen gehabt und waren verfrüht fertig. Da hatten die Lehrmeister entschieden, die Prüfung spontan vorzuverlegen. Agthe gewinnt auch diesem Umstand etwas Gutes ab: "Obwohl ich unvorbereitet war, war das gar nicht schlecht, so hatte ich keine Zeit für Aufregung."
Nach sieben Jahren in der Firma wurde diese nach Gerbstedt verlegt. Die tägliche Fahrt habe er nicht auf sich nehmen wollen. Im Heimatort fand sich für den Schlossermeister schnell der neue Arbeitgeber in der PGH Radio- und Fernsehen. "Den ersten Tag dort vergesse ich nie. Ich als Schlosser sollte Antennen verpacken. Ich habe gleich gesagt, hier werde ich nicht alt", lacht Agthe angesichts der Tatsache, dass er ganze dreißig Jahre der Firma treu blieb, später Abteilungsleiter wurde. Bei Wind und Wetter hatte er Fernsehantennen auf Dächern montieren müssen. "Und damals gab es ja noch keine Testgeräte, wir mussten stets einen schweren Fernseher die Treppen hoch schleppen", blickt er zurück. So etwas können sich seine zwei Enkeln und der kleine Urenkel, für die er seit dem Eintritt in den Vorruhestand 1991 viel Zeit hat, sicher gar nicht mehr vorstellen.